Geschichte

Die Geschichte des Ortsverbandes Neunkirchen
 


Der THW-Ortsverband Neunkirchen entwickelte sich ab dem Jahre 1966 als dritter Zug der achten Bergungsbereitschaft aus dem Ortverband Haßmersheim unter der tatkräftigen Mitwirkung einiger Neunkirchner Bürger. Mit der Ernennung von Rudolf Hochstuhl zum Zugführer durch das Regierungspräsidium Karlsruhe wurde eine eigene Einheit aufgestellt. Anfangs dienten die Nebenzimmer in Gasthäusern als Unterrichtsräume und Übungsstätte. Anfänglich mussten Fahrzeuge, Werkzeug und Ausstattung von Fall zu Fall vom OV Haßmersheim ausgeliehen werden. Personell jedoch konnte der Stützpunkt Neunkirchen bereits 1967 dem damaligen Luftschutzhilfsdienst einen kompletten Bergungszug zur Verfügung stellen.

1969 erfolgte die Ausrüstung des Bergungszuges mit Kraftfahrzeugen. Dabei handelte es sich um zwei MKWs (Mannschaftskraftwagen) der Marke Hanomag und einen GKW (Gerätekraftwagen) der Marke Borgward. Bei diesen Fahrzeugen saß die Mannschaft noch inmitten der Ausstattung im Kofferaufbau. Die Farbe dieser Fahrzeuge war damals noch oliv. Ergänzt wurde der Fuhrpark noch durch einen Einachsanhänger und einen VW Bus T2. Doch damit begann das Problem der Unterbringung. Für die Fahrzeuge wurde es durch das Anmieten einer Halle in der Breitenbronner Strasse gelöst. Für die Unterbringung der Helferschaft und die Ausbildung musste jedoch weiterhin improvisiert werden.1969 übernahm der damalige Bürgermeister Richard Wagner die Funktion des Ortbeauftragen. Der Initiative von Bürgermeister Wagner und der kontinuierliche Aufbauarbeit ist es zu verdanken, dass der Stützpunkt Neunkirchen am 25. Juni 1971 zum Ortsverband erhoben wurde. Damit wurde das Engagement der Helfer gewürdigt und der Katastrophenschutz im ländlichen Raum ausgebaut.

Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft fand zwischen 1976 und 1978 mit dem Neubau einer Unterkunft mit Fahrzeuggaragen in der Zwingenberger Strasse ihren Abschluss. Inzwischen gehörten dem Ortverband über 60 Helfer aus den Ortschaften der näheren Umgebung an. Der Ortverband stellte einen Bergungszug mit zwei, zeitweise sogar drei Bergungsgruppen, einer Gerätegruppe und dem Zugtrupp. Der Gerätekraftwagen (GKW) wurde bereits 1976 gegen einen GKW 72 auf Fahrgestell IVECO 11-170 ausgetauscht. Diese Fahrzeuge wurden dann bereits in blauer Farbe ausgeliefert. 1981 wurden dann auch die beiden Mannschaftskraftwagen gegen zwei MKW der neueren Generation ausgetauscht. Es handelte sich hier um Mercedes-Benz 911 Rundhauber. Die Unterbringung der Mannschaft war jetzt sowohl bei den MKWs als auch dem GKW in der Fahrerkabine (Doppelkabine) vorgesehen.

1984 wurde mit Aufbau der ersten Jugendgruppe der Grundstein für die heutige Jugendarbeit gelegt. Der in die Jahre gekommene VW Bus T2 wurde 1992 gegen einen neuen Ford Transit eingetauscht. Um Abstützmaterial einlagern zu können wurden die bestehenden Gebäude mit Unterstützung des hiesigen Fördervereines um eine Holzhalle erweitert, die mit Kragarmregalen versehen wurde.

1995 begann die Umstrukturierung des THW von Bergungs- und Instandsetzungszügen in Technische Züge. Das bedeutete für den OV Neunkirchen, dass jetzt ein Technischer Zug mit Zugtrupp, zwei Bergungsgruppen und einer Fachgruppe Räumen aufgestellt werden musste. Dazu wurden die beiden MKWs abgegeben und ein GKW II in Form eines IVECO 90-160 kam hinzu. Die Ausstattung des Fahrzeuges wurde nach und nach ergänzt und mit einem ausfahrbaren Lichtmast ausgerüstet. Ende der Neunziger Jahre wurde die Ausstattung des GKW II um ein fahrbares Notstromaggregat (Einachsanhänger) Polyma mit 48 KVA erweitert. Die Fachgruppe Räumen wurde mit einem LKW-Kipper (Mercedes Benz 1217) und einem Radlader (BrmG) Zettelmeyer ZL1801 ausgestattet. Im Laufe der Zeit wurde die Schaufel des BrmG durch eine 4 in 1-Schaufel, die mehr Einsatzmöglichkeiten bot, ersetzt und der LKW-Kipper gegen einen MAN 14-170 mit höherer Nutzlast, größerer Ladefläche und wahlweisem Planenaufbau getauscht.

1998 war der Ortsverband Neunkirchen dank des Drängens des damaligen Zugführers Alexander Knörzer einer der ersten, die einen GKW I der neuen Generation als Ersatz für den in die Jahre gekommenen GKW72 entgegennehmen durften. Dieser ist auf einem IVECO Fahrgestell 14E23 aufgebaut und spiegelt in der Ausstattung den Gedanken der Aufstellung Technischer Züge wieder.

Nachdem Achim Kampp 2000 den Sprengberechtigtenschein erworben hatte, konnte die Einheit des Ortsverbandes um eine Fachgruppe Sprengen erweitert werden. Unterstützt wurde das Vorhaben durch den Sprengberechtigten Matthias Hodbod vom OV Eberbach. 2003 kam mit Björn Joho ein weiterer Sprengberechtigter hinzu. Als Fahrzeug wurde der Sprenggruppe ein ausgedienter Fernmeldekraftwagen zur Verfügung gestellt. Dieser wurde 2009 allerdings durch einen Unimog mit Planenaufbau ersetzt. Die Ausstattung des GKW I wurde 2004 durch ein Einsatzgerüstsystem erweitert, das es erlaubt in relativ kurzer Zeit Gerüstkonstruktionen wie Türme, Wandabstützungen, Stege, Ausleger, Dreiböcke zu errichten, die das Retten, Bergen und Abstützen doch wesentlich vereinfachen und erleichtern. 2008 wurde das Zugtruppfahrzeug durch einen Renault Master ersetzt. Der in die Jahre gekommene Mercedes Doppelkabiner mit Planenaufbau, der durch die Jugendgruppe genutzt wurde, wurde ausgesondert und durch einen gebrauchten VW-Bus T3 ersetzt. Das dadurch entstandene Problem der Transportkapazität wurde 2009 vom hiesigen Förderverein durch Beschaffung eines Einachs-Hochlader-Anhängers mit Planenaufbau gelöst. Ebenso im Fahrzeugbestand befindet sich schon seit längerer Zeit ein Stapler, der die Lagerverwaltung und das Verladen des Materials vereinfacht. Nach Übernahme der Liegenschaften durch die BImA wurde 2010 das Dach des Unterkunftgebäudes erneuert.

Neben den regelmäßigen Ausbildungsveranstaltungen, Bereichsausbildungen, kleineren und größeren Übungen kommen immer wieder Einsätze hinzu, sei es als Technische Hilfeleistung, sonstiger Technischer Hilfeleistung oder gar der Einsatz im Ausland. Hierbei seien neben der Unterstützung der Feuerwehren bei der Brandeinsätzen, der Hangrutsch bei Neckargemünd, starker Schneefall im Hohen Odenwald, starker Hagel im Kraichgau, und Hochwassereinsätze an Neckar und Schwarzbachtal erwähnt. Besonders hervorzuheben ist dabei der 14tägige Einsatz einer Bergungsgruppe und einer Räumgruppe beim Hochwasser 2002 an Mulde und Elbe. Hinzu kommt die Einsatzunterstützung anderer Ortsverbände mit Mannschaftsstärke oder Fachgruppen. Auch die Sprenggruppe hat mittlerweile eine Vielzahl von Sprengungen aufzuweisen, wie z.B. Sprengung einer Bunkeranlage in Heilbronn, Gebäudesprengung in Eberbach, Absprengung von gefährlich überstehenden Felsen, Absprengung von gefährlich stehenden Bäumen oder Kronen, Heraussprengen von Baumstubben,  sprengtechnische Entfernung des THW-Steges in Neckarkatzenbach, Vorhaltung des Sprenglöschverfahrens 2RS-System (mit wiederholter Vorführung), Einsatz von Pyrotechnik zur Übungsdarstellung. Zu erwähnen sei auch noch die Atemschutzausbildung in Verbindung  mit der SEB-ABC hinsichtlich der Einsatzbereitschaft während der Fußball-WM 2006. Auch im Ausland waren die Helfer des Ortsverbandes Neunkirchen schon aktiv. Zur Aufbauhilfe war 1991 Hartmut Stadler mehrere Wochen im Iran und Alexander Knörzer 1993 in Somalia. Die Unterstützung mehrerer Hilfsgütertransporte hat der OV Neunkirchen zu verzeichnen. Die Ziele waren Minsk in Weissrussland und mehrere südosteuropäische Länder.


 

Übersicht der Ortsbeauftragten und Zugführer seit Bestehen des Ortsverbandes Neunkirchen:


Ortsbeauftragte:


Richard Wagner         1969 - 1980

Fritz Kopecek             1980 - 1986
Hermann Vogt           1986 - 2009

Achim Kampp            2009 - heute
 


Zugführer:


Rudolf Hochstuhl       1966 - 1967

Fritz Kopecek            1967 - 1980

Alfred Kampp            1980 - 1982

Wolfgang Sprengel     1982 - 1994

Michael Walter           1994 - 1996

Alexander Knörzer      1996 - 2006

Frank Lutitzki             2006 - 2012
Jan Kellner                2012 - heute